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Inselpoet Robert Dennerlein:

Regensburger Straße

 

 

A altes rostiges Bosch-Zündkerzen-Schild

an der Wend von der Werkstadd,

er hockd dazu in seim Kassenhäusla

von der längsd scho aufglassna Tankstell.

 

Zwaa Hebebühna und zwaa Grubn,

vier Tore, zwölf Parkplätz und ka Auto drauf.

Zur Stroßn hi stehn zwaa Gebrauchda zum verkaafn,

der anne etz drei Johr, der anner Kübel siebn Johr,

irgendwann wernse a nu weggeh.

 

Vor dreissg Johr drei Gselln, zwaa Stiftn und in

eigna Bubn im Gschäft.

 

Derdrückd hamse die Kundn, gerberd Doch er Nachd.

Immer do gwesn, immer gschaffd, alles gmachd.

 

Der Buu hadse dann bei anner Probefahrt derhudzd

mit anner gelb-schwarzen 1303 er Käfer Sonderedition.

 

Die Fraa hat ihrn Kummer dersuffn, bis zur Leberzerrose hi,

beerdigt hat er se zeer Johr nochn Bubn.

 

Heid hodd er im Schnitt die Wochn nu zwaa Kundn,

masdn alde Bekannte, von denna a jeds Johr mehr wegsterbn.

 

Sei Leben is sei Kassnhäusla bliebn, oft schaud er in ganzn Dooch

bloss nu in Verkehr nooch und dann is es wie a Film im Kupf,

der Hof is voller Autos, der Buu stehd am Hof, drei Gselln und

zwaa Stiftn, zwaa Bühna und zwaa Grubn voller Karrn.

Sei Fraa, die Betty schreit „Brotzeit is“.

 

Wunder de ned wennsd amol die Regensburger nausfährsd

und du siggsd an alten Moo in an Kassenhäusla von anner aufglassna

Tankstell lächeln, sei Film lefd grod ab, hup ned und bring na ned raus.

Vieleichd wennsd amol Reifn brauchsd, dann denk an ihn.

 

 

© Robert Dennerlein

Gelesen am 10. 05. 2012 in Nürnberg, im Konsulat von Chronos Somnium