Reginas Welt

Regina von Chronos Somnium wurde als zweites Kind von Armin und Isabel von Chronos Somnium im Jahre 1796 geboren. Schon als sehr kleines Mädchen hielt sie sich mit Vorliebe im Freien auf. Sie liebte die Natur und fühlte sich eng mit ihr verbunden. 1819 fand sie einen magischen Ort, weit entfernt des heimatlichen Schlosses. Diesen Ort nannte sie Mundus Veritas. Später erklärte sie, er habe eine beruhigende Wirkung auf sie und sie könne danach ihr Umfeld viel besser verstehen.

 

Ihre Schulbildung erhielt sie durch europäische Hauslehrer, die in ihr den Wunsch weckten ebenfalls ein Studium in Europa aufzunehmen. Anfragen an den verschiedensten europäischen Universitäten stießen auf völliges Unverständnis oder wurden gar nicht beantwortet. Erst die Università degli Studi di Padova bot ihr einen Studienplatz in Philosophie an. Durch die vielen Anfragen war viel Zeit ins Land gegangen. Sie hatte gerade ihren 30. Geburtstag begangen als sie in Padua eintraf. Obwohl an dieser Universität die Gleichberechtigung hochgehalten wurde, Elena Lucrezia Cornaro Piscopia erwarb dort bereits 1678 einen Doktortitel in Philosophie, hatte sie es in Padua als unverheiratete Frau nicht leicht und musste ständig Anfeindungen über sich ergehen lassen. Deshalb schnitt sie sich 1828 ihre Haare ab und schrieb sich unter dem Namen ihres älteren Bruders Bernhard an der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen ebenfalls in Philosophie ein. Ludwig Feuerbach habilitierte zu dieser Zeit und arbeitete dann als Privatdozent an dieser Universität. Sein Naturverständnis hatte es ihr vor allem angetan. Viele ihrer Erkenntnisse basierten auf den Diskussionen mit Feuerbach. 1830 wechselte sie an das Christ´s College in Cambridge. Sie lernte Charles Darwin kennen, kurz bevor dieser mit der HMS Beagle in See stach. Darwin erinnerte sie stark an ihren jüngeren Bruder Eduard, der seit 1825 mit seinem Schiff SS Ursaminor die Meere erforschte.

 

1832 kehrte sie endgültig nach Chronos Somnium zurück. Während ihrer Studien hatte sie immer wieder Freundinnen mit auf die Insel gebracht. Natürlich zeigte sie diesen auch ihren liebsten Aufenthaltsort. Anfangs war sie entsetzt über die Wirkung, die Mundus Veritas auf ihre Gefährtinnen hatte. Sie schienen sich alle zu erschrecken, als brächte dieser Fleck Erde bei ihnen das Schlimmste zum Vorschein. Mit der Zeit gelang es ihr einen Weg zu finden, um ihre Freundinnen aus ihrer persönlichen Hölle herauszuführen. Wie neu geboren kehrten diese anschließend wieder in ihre Heimat zurück. Auch Regina veränderte dies. Sie wollte diesen Ort nicht mehr verlassen, war aber stets bereit, sich um Menschen mit Problemen zu kümmern. Immer mehr Menschen fanden den Weg zu ihr und einige wollten Mundus Veritas nicht mehr verlassen. Ihr Bruder Bernhard baute ihr deshalb in der Nähe dieses Kraftortes eine Herberge. Der Kraftort wurde mit einer Bedachung versehen, damit Regina und ihre Besucher nicht ständig den Unbilden des Wetters ausgesetzt waren, denn Menschen mit Sorgen riefen häufig schlimme Unwetter hervor. Die Mystikerin Regina und die Reginen, wie sie genannt wurden, lebten im Einklang mit der Natur in Mundus Veritas. Die Naturstudien bildeten die Grundlage für das spätere Institut zur Erforschung von Flora und Fauna und ihre Moralvorstellungen die Basis für die Philosophie des Jean Baptiste von Chronos Somnium, den Begründer des Instituts für Traumforschung.

 

Regina führte mit vielen Menschen einen regen Briefwechsel. Einige der Briefe, die Eduard seiner Schwester Regina von seinen vielen Reisen schrieb sind erhalten und geben zum Beispiel Zeugnis vom Europa des 19. Jahrhunderts. Nach Reginas Tod im Jahre 1862 verließen die „Regininnen“ Mundus Veritas. Ohne Regina konnte niemand mehr zu tieferer Erkenntnis gelangen. Heute sind nur noch Reste der ehemaligen Behausung vorhanden, aber der Ort wird immer noch gerne von Menschen jeden Alters aufgesucht, weil er eine gute Aura hat.