150 Jahre Freundschaft Chronos Somnium - Nürnberg

 

Im Jahre 1862 machte sich Eduard von Chronos Somnium mit dem neu gekürten Regenten Arthur auf den weiten Weg nach Nürnberg. Der Sammler Eduard war heillos überfordert mit den Unmengen von völlig unsystematisch gehorteten Schriften, Heilkräutern und Heilverfahren, Objekten aus aller Welt, die sich im Schloss "Nach Acht" anhäuften. Sein Freund aus Nürnberg, Freiherr von und zu Aufsess", versprach ihm zu helfen und lud ihn nach Nürnberg ein. Seit Eduard ihn auf dem Germanistentag in Lübeck 1847 kennenlernte und er führte mit diesem einen regen Briefwechsel. Gerade war das Germanische Nationalmuseum im Karthäuserkloster eröffnet worden, die Kunstgewerbeschule wurde von seinem Freund August von Kreling geleitet. August von Kreling hatte Eduard bereits in Venedig auf Albrecht Dürer aufmerksam gemacht. Eduard hoffte nicht nur darauf, Dürers Grab,  sondern auch dessen Arbeitsstätte zu besuchen.


Für Arthur war dies die erste Gelegenheit, die Insel zu verlassen und die Welt zu erkunden, da ihm zuvor sein Vater Herbert aus Sorge um den Fortbestand der Familie keinerlei Reisen erlaubte. Es war für beide eine aufregende Erfahrung, von Lübeck aus mit der Eisenbahn äußerst komfortabel in Nürnberg anzukommen. Der Albrecht-Dürer-Verein als erster deutscher Kunstverein und die Friedrich-Alexander-Universität mit ihrer Bibliothek weckten das Interesse von Eduard und Arthur. Ohne Unterlass besuchten sie alle Kunst- und Kulturinstitutionen, Arthur ließ sich von August von Kreling porträtieren (leider ging das Bild auf dem Rückweg verloren). Er erstand in Nürnberg den Grundstock für die Gemäldegalerie im Schloss Nach Acht, darunter einige graphische Werke Dürers und eine Ausgabe Opera Alberti Dureri.


Eduard besuchte die Bibliothek der Friedrich Alexander Universität, ließ sich im Katalogisieren einweisen und erlernte hoch erfreut, wie man Sammlerstücke sinnvoll ordnet und konserviert. Sogar der erste Bürgermeister Maximilian Ritter von Wächter wurde auf die beiden Traumreisenden aufmerksam und lud sie zu sich nach Hause ein. Mit viel neuem Wissen und sehr viel mehr Gepäck machten sich die beiden nach einem Monat wieder auf die Heimreise.


Seit diesem Besuch stehen die jeweiligen Regenten in engem Kontakt zur Stadt Nürnberg (nur in der  NS-Zeit unterbrochen)  und unterhalten einen regen diplomatischen Austausch. Daher ist es nur folgerichtig, eine diplomatische Vertretung in Nürnberg zu eröffnen, damit Chronos Somnium immer mehr Nürnbergern vertraut wird.